Schule, Kirche, Klinik, Fabrik, Vorlesung


НазваниеSchule, Kirche, Klinik, Fabrik, Vorlesung
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a)

1. Mein Freund wohnt ________ Gartenstraße.

2. Sie prügelten sich mitten ________ Straße.

3. Als ihnen das Benzin ausging, ließen sie den Wagen ________ Straßenrand stehen.

4. Der Wagen geriet ins Schleudern und fuhr ________ Straßengraben.

5. Wohin fahren Sie in Ihren Urlaub, ________ Land, ________ See oder ________

Gebirge?

6. Die meisten Deutschen verbringen ihren Urlaub ________ west- oder südeuropäischen

Ländern.

7. Das Schiff wurde ________ hoher See von einem Orkan überrascht.

8. Darf man ________ See baden?

9. ________ Berg steht ein Aussichtsturm.

10. Die Stadt liegt ________ Fuß der Alpen.

11. Ich lege mich ein paar Minuten ________ Sofa.

12. Sie sind ja fürchterlich erkältet; Sie müssen sofort ________ Bett.

13. Ich kann ________ Stuhl nicht länger sitzen.

14. ________ Sessel sitzt man sehr bequem.

15. Herr Meier sitzt den ganzen Tag ________ Schreibtisch.

16. Als wir kamen, stand das Essen schon ________ Tisch.

17. ________ Ecke meines Wohnzimmers steht eine Stehlampe.

18. ________ Ecke unseres Hauses ist eine Straßenlaterne angebracht worden.

19. Er ist ________ Parteilinie abgewichen.

20. Inzwischen ist er wieder ________ offizielle Linie eingeschwenkt.

21. Der Lehrer schreibt zu jeder Präposition ein Beispiel ________ Tafel.

22. Die Schüler schreiben die Beispiele ________ Tafel ab.

23. Vergessen Sie nicht, Ihren Namen ________ Haft zu schreiben.

24. ________ Buch sind viele Abbildungen.

25. Lesen Sie die Sätze ________ Seite 879!

26. ________ welchem Wörterbuch haben Sie denn dieses Wort gefunden?
b)

27. Soll ich dir noch eine Geschichte ________ Buch vorlesen?

28. Diesen Satz habe ich ________ Goethe gefunden.

29. Das ist ein Zitat ________ „Die Leiden des jungen Werther“.

30. Wenn Sie ________ Chile (________ Vereinigten Staaten) einreisen wollen, brauchen

Sie ein Einreisevisum.

31. Suppe isst man ________ einem tiefen Teller, Fleisch, Kartoffeln und Gemüse

________ einem flachen Teller.

32. Der Zollbeamte tut Dienst ________ deutsch-französischen Grenze.

33. Hier sind wir noch ________ Deutschland, bis ________ Grenze sind es noch etwa 12

km.

34. ________ Park kann man herrliche Spaziergänge machen.

35. Ich erwarte Sie um 8 Uhr ________ Parkeingang.

36. ________ Straßenbahnhaltestelle (________ Verkehrsinsel) warteten mindestens 40

Personen.

37. Frankfurt liegt ________ Main.

38. Der Schiffsverkehr ________ Main ist nicht so bedeutend wie der ________ Rhein.

39. Leben ________ Wald wilde Tiere?

40. Kommst du mit ________ Wald? Ich gehe Pilze suchen.

41. Das Dorf liegt unmittelbar ________ Waldrand.

42. Endlich kamen wir ________ Lichtung.

43. Schwarze Gewitterwolken standen ________ Himmel.

44. Das Flugzeug stürzte ________ Höhe von 2000 m ab und zerschellte ________ Boden.

45. ________ Hamburger Hafen legen jeden Tag Hunderte von Schiffen an.

46. Das Schiff hat ________ Außenmole festgemacht.

47. Wir entfernten uns immer weiter ________ Küste.

48. ________ Hafeneinfahrt steht ein Leuchtturm.

49. Die Lokomotive befindet sich ________ Spitze, der Speisewagen ________ Mitte und

der Gepäckwagen ________ Ende des Zuges.

50. Wir wohnen in einem Haus ________ Stadtrand, mein Büro liegt mitten ________

Stadt.

51. Die Läufer versammelten sich ________ Start.

52. Nach etwa 3 Stunden kamen sie erschöpft ________ Ziel an.

53. Er klopfte mir aufmunternd ________ Schulter.
c)

54. ________ Rennstrecke (________ Streckenabschnitt) sind schon viele Unfälle passiert.

55. ________ Brüsseler Teppich sind die Tugenden dargestellt.

56. Nur ________ unteren Saum sind Fransen.

57. ________ Tischtuch ist ein großer Weinfleck.

58. Wenn du noch mal ________ Tischtuch ziehst, gibt’s was!

59. Haben Sie ________ Ihrem Garten Beerensträucher?

60. Herr Meier steht den ganzen Tag ________ Gartenzaun und flirtet mit seiner Nachbarin.

61. Gehen Sie nicht zu nah ________ Bahnsteigkante heran!

62. Wir standen fröstelnd ________ Bahnsteig und warteten auf den Zug.

63. Das Wasserburger Rathaus steht ________ der schönsten Plätze Deutschlands.

64. ________ Marktplatz findet heute Abend ein Konzert statt.

65. Was ist ________ Glas?

66. Das Glas ist bis ________ Rand gefüllt.

67. Ich komme gerade ________ Hause.

68. ________ Lehrer habe ich sehr viel gelernt.

69. ________ Stadtviertel habe ich noch nie gewesen.

70. Wir stehen ________ Rande des Abgrunds.

71. Seit wann wohnen Sie ________ Müllers?

72. Ich bin ________ Nagel hängengeblieben und habe mir ein Loch ________ Jacke

gerissen.

73. Er fasste mich ________ Ärmel und bat mich, einen Moment mit ________ sein Büro zu

kommen.

74. Hunde ________ Leine führen!

75. Er hatte eine Aktentasche ________ Hand.

76. In diesem Augenblick wollte eine bejahrte Frau mit einem Kind ________ Hand die

Straße überqueren.

77. In Deutschland fahren die Autos ________ rechten Straßenseite.

78. Er bog ________ Seitenstraße ein.

79. Plötzlich raste ________ Seitenstraße ein Volkswagen heraus.

80. Jetzt fahren Sie immer geradeaus, erst nach 100 km biegen Sie ________ Straße ab.

81. Haben Sie sich schon ________ ihm entschuldigt?

82. ________ wem haben Sie denn das Bier bestellt?

83. Hoffentlich kommen Sie bald mal wieder ________ uns.

84. Schade, dass Sie nicht länger ________ uns bleiben können.
Am Dienstag, dem 10. August

Heißt es am Dienstag, dem … oder am Dienstag, den …? Das ist eine der häufigsten Fragen, die der Dudenredaktion bei ihrer Sprachberatung gestellt werden. Die Antwort könnte man leicht nachschlagen, sie hat seit langem ihren festen Platz in den Vorbemerkungen zum Duden („Datum mit oder ohne am“, S. 73, R 330 der 16. Auflage, 1967). Schauen wir einmal näher zu, was sich hier tut!

Um ein Datum zu bestimmen, hat die deutsche Sprache im Ganzen gesehen zwei Möglichkeiten. Sie kann eine Präposition verwenden, meist an in der Form am = an + dem:
am Dienstag; am 10. August; am kommenden Sonntag; an Neujahr; am Ostermontag; am Tag der Arbeit. – Wir erwarten ihn zum / für den 5. Mai u.a.
Sie kann aber auch den bloßen Akkusativ der Zeit anwenden (er heißt auch adverbialer Akkusativ, weil er als adverbiale Bestimmung gebraucht wird):
nächsten Dienstag; Mannheim, den 3. Juni; oder allgemeiner: kommende Woche, vergangenen Herbst; letztes Jahr. Wir verreisen diesen Sommer im August.
Stehen nun zwei Bezeichnungen für den gleichen Tag nebeneinander, so ist es das natürlichste, wenn beide im gleichen Fall stehen. Entweder im Dativ mit am:
Am Dienstag, dem 10. August reisen wir ab.

Oder im adverbialen Akkusativ:
Nächsten Dienstag, den 10. August reisen wir ab.
Bei diesen beiden Formulierungen des Datums ist der Monatstag ein nachgestellter Beisatz (eine nachgestellte Apposition) zum Wochentag. Denn der Beisatz steht nach der grammatischen Regel im gleichen Fall wie sein Bezugswort. Und – um das gleich zu sagen – dieser Beisatz wird in Kommas eingeschlossen, weil er im Sinne der Kommaregeln eine nachgestellte genauere Bestimmung ist.

Fehlen nun Beifügungen wie „nächsten, diesen, kommenden“, dann ist zwar der Akkusativ des Wochentages nicht mehr erkennbar. Der Monatstag behält aber den kennzeichnenden Artikel „den“:
^ Dienstag, den 10. August reisen wir ab.
Diese Form ist früher oft als falsch gerückt worden. Man hielt sie für eine unerlaubte Kasusabweichung in der Apposition. Wer aber das Obengesagte bedenkt, der erkennt, dass hier ganz einfach zwei voneinander unabhängige Zeitangaben zusammenkommen. Wir haben keine falsche Apposition vor uns, sondern eine A u f z ä h l u n g. Darum setzen wir auch nach dieser Form des Datums k e i n Komma.

Diese Schreibweise ist natürlich auch bei der Form ohne am möglich, wenn der Fall, in dem der Wochentag steht, nicht mehr erkennbar ist:
^ Dienstag, den 10. August reisen wir ab.
Aus all dem ergibt sich, dass der Schreibende volle formale Freiheit hat. Er kann die grammatisch strenge Form der Apposition wählen oder die losere Form der Aufzählung selbstständiger Zeitangaben.

Er muss nur darauf achten, dass er bei der Apposition das zweite Komma setzt und dass er es bei der Aufzählung weglässt. Gebraucht er das Wörtchen am gar nicht, dann kann er auch gar nichts falsch machen:
Dienstag, den 10. August, reisen wir / Dienstag, den 10. August reisen wir.
Eins aber muss noch gesagt werden: Einen adverbialen D a t i v gibt es n i c h t! Der Dativ kann in der Zeitangabe nur mit einer Präposition verbunden auftreten. Was man also oft bei Briefen liest:
Dienstag, dem 10. August oder gar: Mannheim, dem 10. August – das ist falsch!

Zum Markt / ins Theater / aufs Rathaus / nach Hause

Alle vier Präpositionen dieser Überschrift geben die Richtung an, das Ziel, zu dem jemand unterwegs ist. Aber ihre Funktionen sind verschieden, und man kann sie nicht ohne weiteres austauschen.

^ Die Straßenbahn fährt zum Markt
Die Präposition zu gibt zunächst die Richtung auf einen bestimmten Punkt an, der erreicht, aber nicht unbedingt überschritten werden soll:
Wie komme ich zum Bahnhof, zur Sporthalle, zum Rathaus?

Wer so fragt, will nur den Weg wissen. Was er am Ziel tun wird, bleibt ungesagt. Er kann eine Fahrkarte kaufen und den Zug besteigen, er kann einen Besuch beim Bürgermeister machen oder nur einen Freund vor der Rathaustreppe treffen wollen. Auch die Straßenbahn, die zum Markt oder zum Zoo fährt, hat dort nichts zu tun, sie bringt nur die Fahrgäste hin.
Allerdings kann zu auch stärker auf das Ziel orientiert sein:
Gehst du zur Post? Ich muss noch zum Finanzamt, zum Gericht.
Hier wird schon deutlich, dass man an dieser Stelle etwas zu erledigen hat. Das gilt erst recht, wenn zu vor Personenbezeichnungen steht:
Er geht zum Arzt, zum Friseur, zum Optiker. Sie fährt zu ihrem Bruder.

Wir wollen zu Schmidts, zu Onkel Ernst.
Oder wenn ein Familienname das Geschäft bezeichnet, wo man einkaufen will:
^ Wir gehen zu Karstadt, zu Neckermann, zu Elektro-Jung.
Auch die Namen von Vereinen und Organisationen werden mit zu angeschlossen:
Ich will noch zum Mieterbund, zum Verkehrsverein, zum Ruderklub.

Unser Wagen muss zum TÜV.
Wir gehen ins Theater

Gegenüber der Fülle von Möglichkeiten bei zu ist die Präposition in enger begrenzt. Sie bezieht sich als Richtungsangabe immer auf ein Ziel, in das man hineingeht oder –fährt:
Wir gehen heute Abend ins Theater, ins Kino. Ich muss um acht ins Büro, ins Geschäft. Sie fährt in die Stadt, um einzukaufen. Der Weg führt in den Wald.

Wir wollen in die Kirche, ins Museum, in die Ausstellung, ins Schwimmbad.
Vater geht aufs Rathaus

Merkwürdig ist es, dass man bei der Nennung von Behörden und anderen Dienststellen meist nicht in sagt, sondern zu oder auf (Beispiele für zu wurden vorhin angeführt):
Ich gehe aufs Rathaus, auf die Post, auf das Standesamt, aufs Amtsgericht.

Sie brachten ihn auf die Wache.
Auch auf die Frage wo? steht hier der Dativ:
Er hatte auf dem Rathaus zu tun. Auf dem Arbeitsamt sagte man mir, dass …

Ich traf ihn auf dem Bahnhof.
Möglicherweise wirkt dabei die Vorstellung nach, dass man in Amtsgebäuden Treppen steigen muss. So heißt es ja auch allgemein: ^ Er geht auf sein Zimmer, weil die Schlafräume gewöhnlich im Obergeschoß des Hauses liegen. Man geht also die Treppe hinauf. (Aber man geht ins Wohnzimmer, in die Küche.) So ist es auch im Hotel, wo der Gast das Frühstück auf seinem Zimmer einnehmen kann.
Wir reisen in die Schweiz / nach Holland

^ Kehren wir aber zurück zur Präposition in! Wer eine Reise tut, der fährt wohl in ein anderes Land. Aber mit dem N a m e n dieses Landes kann in nur verbunden werden, wenn ein Artikel dabei steht:

Ich reise in die Schweiz. Wir fliegen in die USA, in die Türkei, in den Irak, in den Iran.
Und das sind Ausnahmen, denn die Orts- und Ländernamen haben im Deutschen gewöhnlich keinen Artikel, und wenn in davorsteht, bezeichnet es die Lage (Frage wo?), aber nicht die Richtung (Frage wohin?):

Er wohnt in Berlin. Oslo liegt in Norwegen. Zebras leben in Afrika.
Darum wird die Richtung bei Orts- und Ländernamen mit nach angegeben:
Er fährt nach Frankfurt. Die Firma hat ihren Sitz nach Berlin verlegt. Der Express fährt von Holland nach Italien. Der Regierungsrat wurde nach Köln versetzt.
Ähnlich ist es bei Inselnamen, nur dass dort auf die Lage angibt, n i c h t in (Sie verbrachten ihren Urlaub auf Norderney). Inseln liegen im Wasser, man lebt auf einer Insel, wie man auf einem Schiff fährt.). Die Richtung wird auch bei Inselnamen mit nach bezeichnet:
Wir fahren nach Helgoland, nach Sylt, nach Mallorca.

Das Schiff fährt nach den Azoren (Trotz Artikel nicht „auf die Azoren“!).
Dieses nach lässt die Hochsprache nur bei geographischen Namen zu. Ein Wegweiser mit der Aufschrift Nach dem Bahnhof oder ein Satz wie Wir gingen nach dem Schloss ist hochsprachlich nicht korrekt. Einzig die Fügung nach Hause hat sich als Richtungsangabe durchgesetzt, weil ihr Gegenstück zu Hause die Lage bezeichnet: Er ist zu Hause – Er geht nach Hause. das sind alte artikellose Fügungen, ähnlich wie außer Hause „außerhalb des Hauses“ und von Haus[e] aus „seit jeher, ursprünglich“.

Nur landschaftliche Umgangssprache, besonders in Norddeutschland, ist es, nach vor Personenbezeichnungen und Personennamen zu setzen (Mutter ist nach dem Schlachter, nach der Oma gegangen. Heut’ gehen wir nach Hagenbeck). In gutem Deutsch vermeidet man das auch dort, und erst recht das hamburgische Ich geh’ mit klein Erna nach Schule. Dasselbe gilt für bei. Landschaftliches Wir gehen bei Tante Emma oder Komm mal bei mich! ist saloppe Umgangssprache. Hier darf es nur zu heißen. Die Präposition nach bedeutet ursprünglich nur „in der Nähe, in die Nähe von …“, und so gibt sie heute noch vor allem die Richtung an, weniger das Ziel. So steht sie auch mitgutem Grund bei den Ortsadverbien und den Himmelsrichtungen:
nach oben, unten, links, rechts; nach vorn, nach hinten; nach Osten, Westen, Süden, Norden.
Erst in zweiter Linie können diese Adverbien auch einen Raum bezeichnen: nach oben gehen „in den oberen Stock des Hauses gehen“. Ein Artikel ist hier nicht möglich, darum bleibt es bei dem nach. Bei den Himmelsrichtungen dagegen wird unterschieden:
Die Straße führt nach Westen (= in westlicher Richtung),

aber: Die Straße führt in den Westen (= in den westlichen Teil des Landes).
^ Ziehen wir also das Fazit aus all diesen Überlegungen: Die Präpositionen in, auf, zu können als Richtungsangaben nur vor einem Artikel stehen. Es heißt:
in die Stadt, aber: nach Köln

in ein anderes Land, aber: nach Italien

zu der / auf die Insel, aber: nach Sylt
Und es heißt nur: zum Bahnhof, zum Bäcker, zu Onkel Ernst.
Ab – an – auf – infolge – wegen (die Präpositionen)

Die Präpositionen dienen dazu, Wörter im Satz so zu verknüpfen, dass das Verhältnis zum andern deutlich wird:

Er schlägt den Nagel mit dem Hammer in die Wand.

Bei seinen Büchern war auch ein Werk über Afrika.

Die Präpositionen werden deshalb auch Verhältniswörter genannt. Sie sind ähnlich wie die Konjunktionen wichtige Bindeglieder im Satz. Meist stehen sie vor Substantiven (auf Deutsch), aber sie können auch Adjektive (etwas für gut halten) oder Adverbien (nach oben; ab morgen) anschließen.

Beim Gebrauch der Präpositionen können mancherlei Fragen und Unsicherheiten auftreten. Einige davon werden in den folgenden Abschnitten behandelt. Hier wollen wir zunächst einmal fragen, in welcher F o r m die Substantive stehen, die mit einer Präposition angeschlossen werden. Jede Präposition „regiert“ einen oder mehrere Fälle (Kasus), man spricht deshalb von der „Rektion“ der Präpositionen.

Am einfachsten ist es, wenn die Verhältnisse der Ruhe und der Bewegung ausgedrückt werden sollen. Die Grammatik nennt dies die L a g e (Frage: wo?) und die R i c h t u n g (Frage: wohin?). Auf die Frage wo? antwortet der Dativ: Die Brille liegt auf dem Tisch; Der Wagen steht in der Garage. (Auf die Frage wo? antworten auch viele Präpositionen mit dem Genitiv. Darüber wird auf weiteren Seiten zu sprechen sein.) Auf die Frage wohin? antwortet der Akkusativ: Ich lege die Brille auf den Tisch; Ich bringe den Wagen in die Garage.

Hier sehen wir schon, dass es Präpositionen gibt, die sowohl den Dativ wie den Akkusativ bei sich haben können. Wir sehen aber auch, dass das Prädikat, also das Verb, den Fall bestimmt, mit dem die Präposition jeweils verbunden wird. Die Verben wie stehen, sitzen, liegen verlangen den Dativ (Frage: wo?), Verben wie stellen, setzen, legen, bringen verlangen den Akkusativ (Frage: wohin?). So einfach ist das aber nicht immer: Ich fahre auf dem See (wo?); Ich fahre über den See (wohin?); Ich fahre zu meinem Bruder (wohin? aber Dativ!); Ich fahre nach Bamberg, der alten Bischofsstadt (wohin? aber Dativ!); Die Bäume stehen um das Haus (wo? aber Akkusativ).

Dass bei zu und nach der Dativ steht, erklärt sich aus der geschichtlichen Entwicklung dieser Präpositionen. Sie drücken ursprünglich die Lage aus (nach bedeutet eigentlich „nahe bei“ dann „in die Nähe von“; zu etwas hin“; zu bedeutet eigentlich „in, an, bei“, wovon ein Rest noch in Fügungen wie zu Hause und der Dom zu Worms erhalten geblieben ist). Anderseits kommt der Akkusativ bei um daher, dass diese Präposition eigentlich eine Richtung bezeichnet (vgl.: Er läuft um den Teich, um die Ecke). Allerdings kann man bei um auch nach der Art und Weise (wie?) fragen (wir sitzen um den Tisch). Der Dativ kann schließlich auch den Punkt bezeichnen, von dem eine Bewegung ausgeht (Frage: woher?): Er springt aus dem Bett; Der Schnee fällt von den Bäumen.

Es genügt also nicht, ein paar Faustregeln zu wissen. Man muss es schon lernen, welche Fälle zu jeder Präposition gehören. Wer von Kind an Deutsch spricht, wird das meiste aus Erfahrung richtig machen – er ist dennoch manchmal unsicher. Der Ausländer aber muss von seiner Muttersprache her oft umdenken. Die Tabellen wollen eine Hilfe sein.

Folgende Präpositionen der Tabelle I drücken konkrete Raumverhältnisse aus:

L a g e (Dativ): bei, fern, gegenüber, nächst, nahe, zunächst, vis-a-vis.

A u s g a n g s l a g e (Dativ): ab, aus, von.

R i c h t u n g (Akkusativ): bis, durch, gegen, wider.

L a g e oder R i c h t u n g (Dativ oder Akkusativ): an, auf, außer, hinter, in, neben, über, unter, vor,

zwischen.

S o n d e r f ä l l e: entgegen, entlang, nach, um, zu.

Entlang und entgegen sind eigentlich Adverbien, darum weicht ihre Rektion ab. Auffallend ist, dass die meisten dieser räumlich gebrauchten Präpositionen nach Bedarf den Dativ oder den Akkusativ bei sich haben können. Hier steuert das Verb den Kasus.

Zeitabgaben gehen zumeist von Raumvorstellungen aus. Der Raumbegriff wird ins Zeitliche übertragen. So finden wir die meisten räumlichen Präpositionen im temporalen Bereich wieder, aber die Zuordnung der Fälle zu den grammatischen Fragestellungen ist nicht mehr so klar. Folgende Präpositionen der Tabelle I drücken Zeitverhältnisse aus:

Z e i t p u n k t:

(Frage: wann?): an, bei, nach, von, vor, zu mit dem Dativ; gegen, um, per mit dem Akkusativ.

(Frage: seit wann?): seit mit dem Dativ; ab mit dem Dativ oder Akkusativ.

(Frage: bis wann?): bis mit dem Dativ.

(Frage: auf oder für welchen Zeitpunkt?): zu (oder bis zu) mit dem Dativ; auf, gegen, in, zwischen mit dem Akkusativ.

Z e i t s p a n n e:

(Frage: wie lange?): seit mit dem Dativ; bis, über mit dem Akkusativ.

Die meisten der bisher genannten Präpositionen können auch bloße Beziehungen zwischen den Wörtern eines Satzes ausdrücken, ohne dass Raum oder Zeit im Spiel ist:

Wir warten auf dich; Was sagst du zu diesem Film?; Ich schreibe an meinen Freund; Niemand außer mir weiß davon; Er sehnt sich nach Ruhe.

Hierbei müssen wir besonders auf die Rektion derjenigen Präpositionen achten, die den Dativ und den Akkusativ zulassen. Sie werden zumeist von den jeweiligen Verben gesteuert. Und schließlich bleiben die Präpositionen zu nennen, die nichts anderes als Beziehungen irgendwelcher Art ausdrücken:

^ Mit dem Dativ sind es: entsprechend, gemäß, mit, mitsamt, nebst, samt, zuliebe, zuwider.

Mit dem Akkusativ sind es: für, ohne, sonder, pro.
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